Short story by Wanda Sonnemann

Das Gesicht des Mannes war von Müdigkeit gezeichnet. Seine dunklen Augen hatte längst vergessen, was Mitgefühl war. Ohne zu blinzeln blickten sie auf einen Punkt in der Ferne.

Er stand da wie ein Fels in der Brandung. Starr, Kerzengerade. Sein Mantel und sein schwarzes Haar wurden vom Sturm in alle Richtungen gerissen. Der Regen schien ihn nicht zu kümmern.

Alles was ich sah war seine Trauer.

Sie war so groß, so erdrückend, dass ich in diesem Moment eine Entscheidung traf. Ein unausgesprochenes Versprechen gab. Ich würde alles tun um seine Traurigkeit zu lindern. Den  Schmerz zu heilen.

Wie hätte ich wissen sollen, dass Trauer und Schmerz wie eine Krankheit sind, die alles verschlingt?

Wie hätte ich ahnen können, dass wir einmal zusammen in einem Sturm so stehen würden?

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